Schleusen am Thermenradweg

Der Thermenradweg führt entlang des Wiener Neustädter Kanals, ein ursprünglich für die Schifffahrt angelegtes Flüsschen (dient heute nur noch Bewässerungszwecken, Fischerei und Kleinwasserkraftwerken) welches von Wiener Neustadt bis Wien führt. Ingesammt 52 Schleusen bewältigten die rund 103 Höhenmeter, die es auf der Kanalstrecke zu überwinden gab. Viele der Schleusen waren, so wie die Kirchhofschleuse im 3. Wiener Gemeindebezirk, Doppelschleusen. Die Guntramsdorfer Schleuse hatte sogar drei Schleusenkammern. Der Kanal selbst war in 46 zwischen den Schleusen liegende Abschnitte, sogenannte Haltungen, geteilt. Die Sohlen waren fast eben angelegt, um ein geringes Gefälle sicherzustellen. Die Spiegelbreite des Gewässers betrug bis zu 11 Meter, die Sohlenbreite durchnittlich 5,7 Meter.
Tief musste der Kanal nicht sein: durch den geringen Tiefgang der Kähne reichten 1,6 bis 1,9 Meter aus.
Eine Kammerschleuse besteht aus einem massiven Ober- und Unterhaupt mit den Toren und der Kammer zur Aufnahme eines Schiffes. Die Schleusentore selbst waren aus Holz, die Füllung der Schleuse erfolgte durch Schützen in den Toren und durch Umlaufkanäle, die abwechselnd in Verbindung mit Ober- oder Unterwasser zu setzen waren. Die Spiegeldifferenz betrug bei diesen Kammertoren etwa 1,8 Meter. Bei der Schleuse Nummer 34 in Kottingbrunn (die Schleusen waren von 1 bis 36 nummeriert, die restlichen 9 zwischen Wien und Guntramsdorf nach deren Standort benannt) ist ein derart gestaltetes Schleusentor noch erhalten.


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